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Über die documenta

Die documenta in Kassel gilt neben der Biennale von Venedig als bedeutendste, zyklisch wiederkehrende Ausstellung zur modernen und zeitgenössischen Kunst weltweit. Viele bezeichnen sie als DIE Weltkunstausstellung. Dank der Initiative des Künstlers und Gestalters Arnold Bode fand sie erstmals 1955 statt und wurde zunächst im Rhythmus von 4 Jahren veranstaltet, seit 1972 wird sie alle 5 Jahre veranstaltet. Seit der documenta 5 wird für jede documenta ein künstlerischer Leiter ernannt.

documenta Künstler/innen

Über den Bibliothekskatalog lassen sich alle documenta Künstler/innen abrufen: Künstler/innen-Recherche

 

Alphabetische Listen der Künstler/innen finden sich hier:

 

documenta 1

documenta 2

documenta 3

documenta 4

documenta 5

documenta 6

documenta 7

documenta 8

documenta 9

documenta 10

documenta 11

documenta 12

documenta 13

documenta 14

documenta Kurator/innen

Arnold Bode (d1-d4)

Harald Szeemann (d5)

Manfred Schneckenburger (d6, d8)

Rudi Fuchs (d7)

Jan Hoet (d9)

Catherine David (d10)

Okwui Enwezor (d11)

Roger Buergel (d12)

Carolyn Christov-​Bakargiev (d13)

Adam Szymczyk (d14)

ruangrupa (d15)

 

 

 

 

documenta Orte

AOK-Gebäude

Der Architekt Konrad Proll errichtete 1957 das AOK-Gebäude als Teil der Randbebauung des Friedrichsplatzes. Ein besonderes baukünstlerisches Merkmal ist die freitragende geschwungene Treppe im Schnittpunkt zwischen den Büroflügeln. In diesem Treppenhaus befindet sich bis heute die zur documenta 9 (1992) eingerichtete Klanginstallation „Three to one“ von Max Neuhaus (1939 – 2009).

 

Nutzung: documenta 9

Aue-Pavillon

Für die documenta 12 (2007) schufen die französischen Architekten Anne Lacaton (*1955) und Jean Philippe Vassal (*1954) einen eingeschossigen Pavillon - geplant in der Art eines Kristallpalastes - auf der Karlswiese vor der Orangerie in Leichtbauweise. Dieser hatte mit 9.500 qm die größte Ausstellungsfläche der documenta 12. Nach dem Ende der Ausstellung wurde das Gebäude wieder abgebaut.

 

Nutzung: documenta 12

Bali-Kinos 

Im November 1995 wurden im Kasseler Hauptbahnhof die Bali-Kinos nach umfangreichen Umbauarbeiten in den ehemaligen "Bahnhof Lichtspielen" (gegründet 1895) wiedereröffnet. In den Bali-Kinos wurde das Filmprogramm sowie Ausstellungsdidaktische Veranstaltungen der documenta 10 (1997) und 11 (2002) präsentiert. Auch die documenta Ausstellungen 13 (2012) und 14 (2017) nutzten die Kinos intensiv.

 

Nutzung: documenta 10, 11, 13, 14 

Ballhaus

Während der Regentschaft von Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte (1784 – 1860) erbaute der Architekt Leo von Klenze (1784 – 1864) 1808 das klassizistische Ballhaus. Es befindet sich neben dem Schloss Wilhelmshöhe im Bergpark Wilhelmshöhe und diente zunächst als Hoftheater. Wilhelm II., Kurfürst von Hessen (1777 – 1847), ordnete 1828 eine Renovierung der Innenräume an, zu deren Ergebnissen ein prachtvoll bemalter königlicher Ballsaal gehörte. Während der documenta 14 (2017) war im Ballhaus eine Filminstallation von Narimane Mari (*1969) zu sehen.

 

Nutzung: documenta 14

Bergpark Wilhelmshöhe 

Landgraf Karl (1654 – 1730) beauftragte den Architekten Giovanni Francesco Guerniero (1665 – 1745) von 1701 bis 1718 mit der Umgestaltung des Osthanges des damals so genannten Karlsbergs. Es entstand mit dem Herkules, dem Oktogon, den Kaskaden und den Wasser-Installationen eine Anlage nach italienischem Vorbild. Unter Landgraf Wilhelm IX. (1743 – 1821) überformte der Architekt Johann Christian Heinrich Jussow (1754 – 1825) ab 1785 die barocke Anlage im englischen Gartenstil. Der Hofgärtner August Daniel Schwarzkopf (1738 – 1817) bereicherte den Park mit über 400 Gehölzarten und einer Roseninsel. Der Bergpark Wilhelmshöhe gilt als größter Bergpark Europas. Ausstellungsort einer documenta war der Bergpark erstmals im Jahr 2007: Zur documenta 12 legte der thailändische Künstler Sakarin Krue-On (*1965) auf dem vor dem Schloss gelegenen Abhang Reisterrassen an. Parallel zu den Flanken der Herkules-Kaskaden präsentierte zudem Allan Sekula (1951 – 2013) eine monumentale Foto-Installation. Seit 2013 ist der Kasseler Bergpark als Zeichen seiner Bedeutung und Einmaligkeit als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

 

Nutzung: documenta 12  

CineStar

Im Auftrag der Universum Film AG erbauten die Architekten Peter Fuhrmann, Wallrath + Weinert Architekten im Jahr 2000 am Karlsplatz ein Multiplex-Kino. Aufgrund der Insolvenz der UFA-Betreibergesellschaft übernahm 2002 die Cinestar-Gruppe das Kino. Zur documenta 14 (2017) zeigte Douglas Gordon (*1966) das Porträt von Jonas Mekas (*1922) in einem der größten Kinos Kassels.

 

Nutzung: documenta 14

documenta-Halle 

Um die Idee eines Neubaus einer Ausstellungshalle für die documenta zu realisieren, wurde 1989 ein bundesweiter Wettbewerb ausgerufen.  Als Sieger ging der Entwurf der Frankfurter Architekten Jochem Jourdan (*1937) und Bernhard Müller hervor. Die erste Nutzung erfolgte zur documenta 9 (1992). Das Gebäude befindet sich am unteren Ende des Friedrichsplatzes. Die Raumfolge staffelt sich von der Eingangssituation über die sogenannte Seitenlichthalle, die Kabinette, die imposante Haupthalle bis zum Appendix-Raum. Zu den documenta Ausstellungen 9 bis 14 diente die documenta-Halle als Ausstellungs- und Multifunktionsraum (Internet-Plätze, Pressezentrum, Diskussionsforum, Kinoprogramm usw.). Während der documenta 10 (1997) fand in der Haupthalle außerdem das Vortrags- und Diskussionsforum "Hundert Tage, hundert Gäste" statt.

 

Nutzung: documenta 9, 10, 11, 12, 13, 14

Ehemalige Binding-Brauerei Kassel 

Der künstlerische Leiter der documenta 11 (2002), Okwui Enwezor (*1963) entdeckte für die Ausstellung das seit 1999 stillgelegte Areal der Kasseler Binding-Brauerei von 1897. Das Berliner Architektenbüro Kuehn Malvezzi übernahm die Umbauarbeiten für die documenta. Sie schufen ein großzügig gegliedertes modulares Raumsystem, mit dem vor allem den Erfordernissen des "White Cube" Rechnung getragen wurde.

 

Nutzung: documenta 11

Ehemaliges Finanzamt (Spohrstr. 7)

documenta 13

Elisabethhospital, Oberste Gasse 4

1297 gründete Mechthild von Kleve (1261 – 1309), die Gemahlin Landgraf Heinrichs I. (1244 – 1308) von Hessen das Elisabethhospital. Es diente als Leprakrankenhaus und später als Altenheim und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seit dem Wiederaufbau befanden sich in dem Gebäude Wohnungen und im Erdgeschoss ein Restaurant. Die documenta 13 (2012) präsentierte in den Räumen des Erdgeschosses Werke von acht Künstler/innen aus Afghanistan.

 

Nutzung: documenta 13

Filmladen 

1981 eröffnete der aus einer studentischen Filminitiative hervorgegangene Filmladen Kassel e. V. sein gleichnamiges Kino in der Goethestraße. Basis der Arbeit des Vereins ist der Betrieb eines kommunalen Programmkinos, in dem das Medium Film als Form der kritischen und künstlerischen Ausdrucksweise im Blickpunkt steht. Einen besonderen Stellenwert im nationalen und internationalen Zusammenhang hat das alljährlich stattfindende "Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest."  1992 und 1997 veranstaltete der Filmladen ein Open-Air-Videokunstfest als Begleitprogramm zur documenta 9 und 10. Während der letzten Ausstellungswoche der documenta 14 (2017) wurde im Filmladen unter dem Titel „Final Cut“ eine von Adam Szymczyk (*1970) zusammengestellte Auswahl von bedeutenden, jedoch selten gespielten Filmen gezeigt.

Nutzung: documenta 14

Friedrichsplatz 

Der von Simon Louis du Ry (1726 – 1799) von 1768 bis 1783 gestaltete, vor dem Museum Fridericianum gelegene Friedrichsplatz hatte ursprünglich eine weitgehend repräsentative Funktion als Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und der barocken Oberneustadt. Den Platz, der mit einer Größe von ca. 340 x 112 Metern einer der größten innerstädtischen Plätze Deutschlands ist, nutzte die documenta aufgrund seiner prominenten Lage seit documenta 5 (1972) durchgehend – einzige Ausnahme die documenta 10 (1997).

 

Nutzung: documenta 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Galerie an der Schönen Aussicht / Alte Galerie / Neue Galerie 

Das oberhalb des Abhangs zur Karlsaue gelegene Museumsgebäude errichtete der Oberhofbaumeister Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 – 1885) in den Jahren 1871 bis 1874 im Stil der italienischen Neorenaissance. Es beherbergte ursprünglich u. a. die landgräfliche Gemäldesammlung der niederländischen Alten Meister und trug daher den Namen "Alte Galerie". Nach Beseitigung von Bombenschäden eröffnete das Museum 1964 als "Galerie an der Schönen Aussicht" neu. Seit 1976 trägt es den Namen "Neue Galerie" und beherbergt die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts der Museumslandschaft Hessen Kassel. Von 2006 bis 2011 erhielt das Gebäude eine umfassende Sanierung. Während der documenta 3 (1964) war das zweigeschossige Gebäude dritter zentraler Standort neben dem Museum Fridericianum und der Orangerie und wurde seither wiederholt von der documenta genutzt.

 

Nutzung: documenta 3, 4, 5, 6, 7, 9, 12, 13, 14

Gedenkstätte Breitenau

Breitenau ist ein Ortsteil von Guxhagen und liegt etwa 15 km südlich von Kassel. Im ehemaligen Benediktinerkloster Breitenau aus dem 12. Jahrhundert befand sich seit 1847 eine "Besserungsanstalt" für Menschen, die als "arbeitsscheu" bezeichnet wurden. 1933 wurde dort eines der ersten Konzentrationslager eingerichtet. Von 1940 bis zum Kriegsende 1945 betrieb die Gestapo in Breitenau ein sogenanntes Arbeitserziehungslager. Von 1952 bis 1972 nutzte ein geschlossenes Heim für sogenannte "schwer-erziehbare Mädchen" das Gelände. Seit 1984 wird in der dort eingerichteten Gedenkstätte an die Verfolgten und Ermordeten des Konzentrationslagers und späteren Arbeitserziehungslagers erinnert. Während der documenta 13 (2012) war in einem der Räume die künstlerische Arbeit von Judith Hopf (*1969) zu sehen.

 

Nutzung: documenta 13

Glas-Pavillons an der Kurt-Schumacher-Straße

In die Kurt-Schumacher-Straße ragen die sogenannten Glas-Pavillons des Hansa-Hauses, 1963 von Walter Grüning geplant. Die früher als Ladengeschäfte genutzten Pavillons stehen seit Jahren leer. Drei der einst neun Vorbauten sind bereits abgerissen. Zur documenta 14 (2017) waren die Pavillons Ausstellungsräume für sechs Künstler/innen.

 

Nutzung: documenta 14

Gloria Kino 

Das Gloria Kino ist Kassels drittgrößtes Kino, es wurde in den Jahren 1953 bis 1954 von dem Architekten Ernst Flemming (1892 – 1967) erbaut und hat baukünstlerische Merkmale der Zeit, z.B. den geschwungenen Grundriss, bewahrt. Es gehört heute zur Gruppe der Bali-Kinos, die internationale Filmkunst vorstellen. Während der documenta 12 (2007) lief im Gloria Kino das offizielle Filmprogramm der Ausstellung, auch die documenta 13 (2012) und 14 (2017) nutzten das Gloria Kino intensiv.

 

Nutzung: documenta 12, 13, 14

Grimmwelt

Die im September 2015 eröffnete Grimmwelt widmet sich dem Leben, dem Werk und der Zeit der Brüder Grimm. Die große Beliebtheit von Volks- und Märchenkultur sowie die ungeheuren wissenschaftlichen Leistungen von Jacob (1785 – 1863) und Wilhelm Grimm (1786 – 1859) werden hier beleuchtet. Das Museumsgebäude entstand nach den Plänen des Architektenbüros Kadawittfeldarchitektur, die den 2011 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewannen. Während der documenta 14 (2017) beriefen sich im Sonderausstellungsbereich der Grimmwelt verschiedene Projekte auf Sprache und Literatur, mit Werken von u.a. Susan Hiller (*1940), Roee Rosen (*1963) und Tom Seidmann-Freud (1892 – 1930).

 

Nutzung: documenta 14

Handwerkskammer

Die Handwerkskammer befindet sich am Scheidemannplatz. Dieser ist ein besonderes Beispiel für die Architektur der 1950er-Jahre in Kassel. Er liegt in der Achse, die vom Kulturbahnhof über die Treppenstraße bis zum Friedrichsplatz führt. Im Handwerksform, dem eigenen Ausstellungsraum der Kasseler Handwerkskammer beschäftigten sich Avery Gordon (*1958) und Ines Schaber (*1969) während der documenta 13 (2012) mit der Geschichte des ehemaligen Benediktinerklosters Breitenau.

 

Nutzung: documenta 13

Henschel-Hallen

Nach der Auflösung und Zerschlagung des Unternehmens Henschel in den 1950er und 1960er Jahren standen die Henschel-Hallen im Kasseler Stadtteil Rothenditmold leer. Sie waren einst Ort der deutschen Industrialisierung und der Entwicklung für Militärtechnologie. Zur documenta 14 (2017) waren sie Schauplatz verschiedener Performance- und Konzertaufführungen.

 

Nutzung: documenta 14

 

 

Hessisches Landesmuseum

Das im Jahr 1913 eingeweihte Hessische Landesmuseum des Architekten Theodor Fischer (1862 – 1938) war eines der letzten großen historischen Museen, die vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs eröffnete. Im Gegensatz zur großen Mehrzahl der Kasseler Bauten überstand das Landesmuseum den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet. Von 1956 bis 1973 beherbergte es die berühmte Sammlung flämischer und holländischer alter Meister in einem wegweisenden Arrangement des Gründers der documenta, Arnold Bode (1900 – 1977). Nach umfassenden Umbau- und Renovierungsarbeiten wurde das neu gestaltete Landesmuseum 2016 wiedereröffnet. Die documenta 14 (2017) zeigte ihre Künstler/innen nicht in der Präsentation des Landesmuseums, sondern in einer eigens dafür leer geräumten Ausstellungfläche.

 

Nutzung: documenta 14

 

 

Hotel Hessenland

Der Architekt Paul Bode (1903 – 1978), jüngerer Bruder von Arnold Bode (1900 – 1977), entwarf 1953 das Hotel Hessenland am Brüder-Grimm-Platz. Das Gebäude galt lange Jahre als exklusives Hotel mit einer repräsentativen Dachterrasse, die einen weiten Blick auf die westlichen Stadtteile und den Karlsberg ermöglichte. Im Verlauf der 1990er Jahre wurde es Teil einer Hotelkette. Zur documenta 13 (2012) bespielte Gerard Byrne (*1969) den ehemaligen Ballsaal.

 

Nutzung: documenta 13

Hugenottenhaus

Das 1826 im sogenannten „Hugenottenstil“, einer nüchternen, klassizistisch-barocken Gestaltungsweise, erbaute Haus war in der Nachkriegszeit ein Nebengebäude des Hotels Hessenland, steht aber seit den 1970er Jahren leer. Es ist das letzte, in der Tradition der barocken Fünffensterhäuser in der Kasseler Oberneustadt erhaltene Bauwerk. Der Chicagoer Künstler Theaster Gates (*1973) baute mithilfe von Teilnehmer/innen an Arbeitsförderungsmaßnahmen aus Chicago und Kassel das Hugenottenhaus im Rahmen der documenta 13 (2012) in Teilen aus Materialien von Abbruchhäusern wieder auf.  Das Hugenottenhaus diente während der 100 Tage als bewohnbares Labor für Objekte, Performances, Installationen und diverse andere Veranstaltungen. Im Bodesaal im Hinterhof des Hugenottenhauses fand die Dauerperformance von Tino Sehgal (*1976) statt.

 

Nutzung: documenta 13

Karlsaue / Auepark  

Landgraf Karl (1654 – 1730) legte die Karlsaue (auch Auepark genannt) von 1670 bis 1730 als barocken Park an. Eine Umgestaltung im englischen Gartenstil Ende des 18. Jahrhunderts, entsprach der damaligen Mode. 1955 und 1981 war die Karlsaue Schauplatz der Bundesgartenschau. Seit der documenta 2 (1959) integrierten die jeweiligen Leiter/innen der documenta die gesamte Karlsaue regelmäßig in ihr Konzept.

Neben der Nutzung für Skulpturen etc.  wurden teilweise temporäre Bauten errichtet. Die belgischen Architekten Paul Robbrecht (*1950) und Hilde Daem (*1950) schufen für die Dauer der documenta 9 (1992) einen Ausstellungsraum. Unterhalb des Abhangs zur Karlsaue situiert, bildete er ein räumliches Kontinuum zum Park: die auf Stelzen errichteten Behälter präsentierten documenta-Arbeiten und gaben zugleich durch ihre großen Glasfronten den Blick auf die Natur und die wechselnden Lichtverhältnisse frei.

Die im Volksmund als Gewächshäuser bezeichneten Ausstellungsbauten der documenta 12 (2007) waren auf der Karlswiese vor der Orangerie aufgebaut. Die documenta 13 (2012) bespielte die Grünflächen der Orangerie und den Park so intensiv wie nie zuvor, zahlreiche künstlerische Positionen fanden sich in möglichst weit voneinander entfernten temporär aufgestellten Holzhäusern. Andere Arbeiten – Anri Sala (*1974), Pierre Huyghe (*1962) oder auch Carol Bove (*1971) – fügten sich wie Skulpturen, Environments oder Installationen in die Parklandschaft ein.

 

Nutzung: documenta 2 bis 14

Kulturbahnhof / Hauptbahnhof

Der Kasseler Hauptbahnhof, im Zweiten Weltkrieg zerstört und im Anschluss im Stil der 1950er Jahre wiederaufgebaut, ist heute besser unter dem Namen Kulturbahnhof bekannt. Die Funktion eines Hauptbahnhofes übernahm ab 1991 der Bahnhof Wilhelmshöhe. Verschiedene private und städtische Bauträger bauten den ehemaligen Hauptbahnhof zum Kulturbahnhof um. Die offizielle Eröffnung fand 1995 statt. In den Hallen des Südflügels stellten die documenta Ausstellungen 10 (1997) und 11 (2002) aus. Die documenta 13 (2012) nutzte zusätzlich Freiflächen und Räume im Nordflügel und in der ehemaligen Nachrichtenmeisterei.  Die documenta 14 (2017) bespielte einen 2005 stillgelegten Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz auf zwei Ebenen. Die untere Ebene, bestehend aus dem Gleisbett der Straßenbahn und die obere Ebene, eine ehemalige Einkaufsgalerie mit den Überresten eines Stadtplans von Kassel aus farbigem Glas von Dieter von Andrian (1925–1992).

 

Nutzung: documenta 10, 11, 13, 14

Kulturfabrik Salzmann 

Das 1905 errichtete Gebäude ist ein bedeutendes Industriedenkmal in Hessen. Bis 1971 war die Firma Salzmann eine der größten Schwerwebereien weltweit. 1987 mietete der "Verein zur Förderung der Kulturfabrik Salzmann" drei Hallen, um zur documenta 8 (1987) ein alternatives Kulturprogramm zu präsentierten. Auch während den documenta Ausstellungen 9 (1992) und 10 (1997) fand dort ein Begleitprogramm statt. Der spanische Filmemacher Albert Serra (*1975) drehte im Kontext seines filmischen Beitrags zur documenta 13 (2012) in den ehemaligen Büroräumen der Salzmann-Fabrik.

 

Nutzung: documenta 8, 9, 10, 13

Kulturhaus Dock 4 

Als genre- und spartenübergreifender Produktions-, Ausstellungs- und Aufführungsort für die freie Kulturszene Kassels gründete sich das Kulturhaus Dock 4 1990 in der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule (erbaut 1902/04). Seit 1992 sind dort jeweils für die Dauer der documenta die Büros der künstlerischen Leitung, des Kuratorenteams und die Pressestelle untergebracht. Im Gebäude und auf dem Hofgelände stellte die documenta 9 (1992) auch einige Exponate aus. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich seit 1988 das documenta archiv.

 

Nutzung: documenta 9

Kulturzentrum Schlachthof 

Die 1976 ins Leben gerufene "Initiative für eine Kultur in der Nordstadt" eröffnete 1978 das Kulturzentrum Schlachthof e.V. mit Sitz in einer ehemaligen Schlachterei in Kassel-Nord. Es umfasst ein Jugendzentrum, Bildungs- und Sozialarbeit für Migrant/innen sowie ein Kulturprogramm. Die künstlerische Leitung der documenta 12 (2007) gründete in Zusammenarbeit mit dem Schlachthof den sogenannten documenta-Beirat, der den Bildungsauftrag der documenta als bürgerschaftliches Engagement der Stadt Kassel umsetzen sollte. Die documenta 12 (2007) zeigte in den Räumen des Schlachthofes außerdem Videoarbeiten von Hito Steyerl (*1966) und Artur Zmijewski (*1966). Zur documenta 14 beherbergte eine temporäre Außenstruktur neben dem Kulturzentrum die Bar Mantanzas. Das Projekt von María Magdalena Campos-Pons (*1959) und Neil Leonard (*1959) war Schauplatz verschiedener Performances aus Zentral- und Südamerika.

 

Nutzung: documenta 12, 14

Leder Meid

Das 1955 von Werner Hasper geplante Geschäftshaus nutzten die Eigentümer bis 2016 als Lederwarengeschäft Leder Meid. Die Architektur mit Details wie beispielsweise einer Schaufensterpassage und Galerie-Aufteilung im Inneren, gilt als ein besonders gelungenes Beispiel für Kassels Wiederaufbau-Architektur. Zur documenta 14 (2017) zog im Erdgeschoss und 1. Stock das Presse- und Informationszentrum ein. In der dritten Etage, der ehemaligen Betriebsleiterwohnung des Hauses, waren Werke von Apostolos Georgiou (*1952) zu sehen.

 

Nutzung: documenta: 14

Museum Fridericianum  

Das Museum Fridericianum dient seit der ersten documenta von 1955 allen documenta Ausstellungen als zentraler Ausstellungsort. Von 1769 bis 1779 errichtete der Architekt Simon Louis du Ry (1726 – 1799) das Gebäude im Auftrag von Landgraf Friedrich II. (1720 – 1785) im Stil des frühen Klassizismus. Das Fridericianum eröffnete 1779 als erster öffentlicher Museumsbau auf dem europäischen Kontinent seine Bestände für breite Bevölkerungsschichten. In dem zweigeschossigen Bau befanden sich die landgräflichen Kunst- und Antikensammlungen und eine große Bibliothek. Dem rechten Seitenflügel ist der Zwehrenturm angegliedert. In diesem einzigen mittelalterlichen Torturm Kassels war zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Observatorium eingerichtet. Ab der 3.  Documenta (1964) waren auch in den verschiedenen Turmgeschossen Ausstellungsflächen. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg baute das Land Hessen Museum und Turm wieder auf (Fertigstellung Frühjahr 1982).

 

Nutzung: documenta 1-14

Museum für Sepulkralkultur

Das am Weinberg gelegene Museum für Sepulkralkultur eröffnete 1992. Der zweigliedrige, Museumsbau umfasst ein früheres, zur ehemaligen Henschel-Villa gehöriges Wirtschaftsgebäude – die Remise – und einen Neubau aus dem Jahr 1992, Architekt Wilhelm Kücker (1933 – 2014). Es widmet sich der Kultur des Todes, angefangen von Bestattungsbräuchen und Gedenksymbolen bis hin zu den alltäglichen Erfahrungen von Sterblichkeit. Das Museum ist eine bundesweit einzigartige Einrichtung. Zur documenta 14 (2017) wurden künstlerische Arbeiten in die Dauerausstellung integriert. Werke von u. a. Prinz Gholam und Agim Cavdarbasha (1944 – 1999) verteilten sich zwischen den Sammlungsbeständen des Hauses.

Nutzung: documenta 14

Neue Neue Galerie

1975 eröffnete die Neue Hauptpost als Hauptpost und Briefzentrum von Kassel in der Unteren Königsstraße. Aufgrund von Teilprivatisierung und der Digitalisierung postalischer Dienste steht sie heute überwiegend leer. Es sind dort unterschiedliche öffentliche Dienste, wie etwa das Straßenverkehrsamt der Stadt oder die Hephata Diakonie, aber auch Privatunternehmen untergebracht. Die documenta 14 (2017) benannte die Neue Hauptpost in ˮNeue Neue Galerie“ um. Mit 24 Künstler/innen war das Gebäude in der Kasseler Nordstadt ein zentraler Ausstellungsort der documenta 14. An die Rolle des alten Postamts als Distributionsknotenpunkt erinnernd, setzten sich viele der dort gezeigten Werke mit der Arbeit der Verbreitung auseinander – per Post, zu Pferd, durch Körper oder Rituale.

 

Nutzung: documenta 14

Orangerie 

Die Orangerie liegt im Fluchtpunkt der barocken Parkanlage der Karlsaue mit ihren Achsen aus Alleen und Wassergräben. Landgraf Karl (1654 – 1730) gab sie als Gewächshaus und Lustschloss in den Jahren 1701 bis 1710 bei verschiedenen Architekten in Auftrag, unter anderem Giovanni Francesco Guerniero (1665 – 1745). 1943 nahezu vollständig zerstört, nutzte die Bundesgartenschau die Ruine 1955 erstmals nach Kriegsende wieder. Nach der Wiederherstellung ihres äußeren Erscheinungsbildes in den 1970er Jahren, ist dort seit 1992 das Museum für Astronomie und Technikgeschichte eingerichtet. Neben dem Museum Fridericianum dient die Orangerie seit der zweiten documenta (1959) wiederholt als zweiter, traditioneller Standort der documenta.

 

Nutzung: documenta 2, 3, 4, 6, 7, 8, 10, 11, 13, 14

Ottoneum  

Landgraf Moritz (1572 – 1632) errichtete das Ottoneum von 1603 bis 1606 und benannte es nach seinem ältesten Sohn. Das Gebäude war der erste feste Theaterbau Deutschlands.  Der Baumeister Paul du Ry (1640 – 1714) baute es später für die landgräfliche Kunstsammlung um, wobei es in nachfolgender Zeit unterschiedlichen Zwecken diente, u.a. auch als Observatorium. Heute beherbergt es das Kasseler Naturkundemuseum. Zur documenta 9 (1992) zog erstmals die documenta für 100 Tage ins Erdgeschoss ein. Für die documenta 10 (1997) standen auch das zweite und dritte Geschoss für die Kunstpräsentation zur Verfügung. Während der documenta 13 (2012) bespielten zahlreiche Künstler wie Mark Dion (*1961), Claire Pentecost (*1956) oder Maria-Thereza Alves (*1961) mit einer ganzen Ausstellungssektion das Haus. Zur documenta 14 (2017) thematisierten viele der künstlerischen Arbeiten im Erdgeschoss Fragen von Grund und Boden. Im Treppenhaus sind außerdem handfeste Spuren der ölförderungsähnlichen Arbeiten für den vertikalen Erdkilometer von Walter De Maria (1935 – 2013) zu sehen.

 

Nutzung: documenta 9, 10, 13, 14

Palais Bellevue / Brüder-Grimm-Museum

Das Palais Bellevue liegt oberhalb der Karlsaue gegenüber der Neuen Galerie. 1714 baute es der Architekt Paul du Ry (1640 – 1714) für Landgraf Karl (1654 – 1730) als astronomisches Observatorium. Von 1959 bis 2014 beherbergte es das Brüder Grimm-Museum. Die documenta 2 (1959) zeigte dort Grafik und Buchillustrationen. Im Kontext der documenta 13 (2012) bespielte Nedko Solakov (*1957) das Brüder Grimm-Museum. Die documenta 14 (2017) setzte sich im inzwischen leerstehenden Palais Bellevue mit dem Thema Kriegstraumata auseinander. Mit Künstlern wie Olaf Holzapfel (*1969), Regina José Galindo (*1974) und Roee Rosen (*1963) war das komplette Gebäude Ausstellungsfläche.

 

Nutzung: documenta 2, 13, 14

Renthof

Auf dem Baugrund eines mittelalterlichen Karmeliterklosters entstand in den Jahren 1616 bis 1618 die dreiflügelige Anlage des Renthofs. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebäude in unterschiedlichster Nutzung, u.a. als Ritterschule, Staatskanzlei, Universität oder Gerichtshof. Seit 2017 ist es ein Hotel. Die an der Fulda gelegenen Räume dienten 1987 als Hauptschauplatz des umfangreichen Performance-Programms der documenta 8 (1987).

 

Nutzung: documenta 8

Schloss Wilhelmshöhe 

Das Schloss Wilhelmshöhe, im Bergpark Wilhelmshöhe gelegen, entstand im Auftrag von Landgraf Wilhelm IX. (1743 – 1821) in der Zeit von 1786 bis 1798 nach Entwürfen der Architekten Simon Louis du Ry (1726 – 1799) und Heinrich Christoph Jussow (1754 – 1825). Nach starken Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg restaurierte es Paul-Friedrich Posenenske (1919 – 2004) von 1968 bis 1974 und gestaltete den völlig zerstörten Innenraum um. Weitere Umbauten nahm Stephan Braunfels (*1950) in den Jahren 1994 bis 2000 vor. Seit 1976 beherbergt das Schloss die Gemäldesammlung Alte Meister sowie die Antikensammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel. Bereits Anfang der 1960er Jahre stieß Arnold Bode (1900 – 1977) im Vorfeld der documenta 3 (1964) eine öffentliche Diskussion an, Schloss Wilhelmshöhe für die documenta dauerhaft zu nutzen – ein Plan, der nie realisiert wurde. Im Jahr 2007 konfrontierte die documenta 12 in den Räumen des Schlosses erstmals Ausstellungsexponate zeitgenössischer Kunst mit den Werken der Sammlung "Alte Meister".

Nutzung: documenta 12

Stadtraum Kassel 

Seit der documenta 5 (1972), spielten sich immer wieder einzelne künstlerische Positionen (Skulpturen, Installationen, Performances, Happenings) der documenta Ausstellungen auf Straßen und Plätzen, in Einkaufspassagen und Schaufenstern oder in öffentlichen Institutionen der Stadt Kassel ab.  Zum Beispiel war der zweite zentrale Stadtplatz, der Königsplatz zur documenta 8 (1987) und documenta 9 (1992) intensiver Ausstellungsort. Zur documenta 10 (1997) zog sich insgesamt eine Achse vom Kulturbahnhof über die Treppenstraße und den Friedrichsplatz bis hin zur Karlsaue, als sogenannter "Ausstellungs-Parcours". Während der documenta 12 (2007) konnte man in der Tram 4, die die südwestlichen mit den östlichen Stadtteilen verbindet, eine Soundinstallation von Kirill Preobrazhenskiy (*1970) hören. Im ehemaligen, im Norden gelegenen Arbeiterviertel Friedrich-Wöhler-Siedlung schuf Thomas Hirschhorn (*1957) zur documenta 11 (2002) sein temporäres "Bataille-Monument".

Neben der ausführlichen Nutzung des Aueparks, konnten durch die documenta 13 (2012) auch einige Stellen im Stadtraum wieder neu entdeckt werden. Der bestehende Aschrottbrunnen des Kasseler Künstlers Horst Hoheisel (*1944) am Rathaus war Teil der documenta 13 (2012), ebenso wie das ehemalige Premierenkino Kaskade, erbaut in den 1950er Jahren und seit dem Jahr 2000 nicht mehr in Betrieb. Weitere Ausstellungsorte waren die Stadt und Jugendbibliothek, wo Matias Faldbakken (*1973) mit seiner „Book Sculpture“ seine ganz eigene Bibliotheksordnung herstellte.

 

Nutzung: documenta 5 - 14

Stadtmuseum

Im typischen Gründerzeitgebäude aus den 1870er Jahren, dem Kulturhaus am Ständeplatz eröffnete 1983 das Stadtmuseum. 2016 konnte es nach einer langen Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsphase neu eröffnet werden. Im Turmanbau waren zur documenta 14 (2017) Werke von sechs Künstler/innen zu sehen.

 

Nutzung: documenta 14

Ständehaus

Das Ständehaus entstand von 1834 bis 1836 im Stil der Neorenaissance und diente als Sitz des Kurhessischen Parlaments. Das neue Interieur des Sitzungssaals wurde in den 1950er Jahren von Arnold Bode (1900 – 1977) gestaltet. Die Künstlerin Dora Garcia (*1965) entwickelte zur documenta 13 (2012) in Kooperation mit weiteren Künstlern eine experimentelle Verbindung von Talkshow, Fernsehprogramm und Theatervorstellung. Der Offene Kanal Kassel übertrug die Fernseh-Talkshow jeden Freitag aus dem Ständehaus.

 

Nutzung: documenta 13

Tofufabrik

Die Tofufabrik an der Wolfhager Straße stellte seit Ende der 1990er Jahre Tofu her. Was als kleiner lokaler Anbieter von biologischem Tofu begann, entwickelte sich zu einem der größten Lieferanten von Tofu-Produkten in ganz Deutschland. Als die relativ kleine Fabrik die hohe Nachfrage nicht mehr bedienen konnte, kaufte ein wesentlich größerer Molkereikonzern sie auf. Die ehemalige Produktionsstätte diente während der documenta 14 (2017) als Vorführraum einer Filminstallation von Véréna Paravel (*1971) und Lucien Castaing-Taylor (*1966).

 

Nutzung: documenta 14

Torwache

Die beiden „Torwache“ genannten Gebäude sind das Relikt eines palastartigen Bauprogramms. Aufgrund der Napoleonischen Kriege und Invasionen des frühen 19. Jahrhunderts konnte es nicht vollendet werden. Der Kasseler Architekt Heinrich Christoph Jussow (1754 – 1825), vor allem für seine Entwürfe für Schloss Wilhelmshöhe und die Umgestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe bekannt, konzipierte die Zwillingsbauten als Klammer, die die königliche Residenz und die Spazierwege im Bergpark mit dem mittelalterlichen Kasseler Stadtkern verbinden sollte. Zur documenta 14 (2017) beeindruckte insbesondere das Äußere der Torwache. Der Künstler Ibrahim Mahama (*1987) verhüllte beide Gebäude mit dicken, aneinander genähten Jutesäcken. Das Innere des südlichen Tors war ebenfalls Ausstellungsraum.

 

Nutzung: documenta 14

Universität (Gießhaus, Gottschalk-Halle, Kunsthochschule)

 

Gießhaus/Unicampus Kassel

Das Gießhaus entstand als Teil der Henschelei, einer am nördlichen Innenstadtrand gelegenen Fabrikanlage aus dem 19. Jahrhundert der Industriellenfamilie Henschel, die sich auf den Bau von Lokomotiven, Fahrzeugen und Flugzeugen spezialisierte. Geplant von Carl-Anton Henschel (1780 – 1861) war das Gießhaus seit 1836/37 der Mittelpunkt der Fabrikanlage. Ende der 1970er Jahre übernahm die Hochschule das Henschel-Gelände, sanierte das Gießhaus und stattete es mit einem Kupferdach aus. Die documenta 14 (2017) zeigte hier die Mehrkanal-Video- und Klanginstallation von Angela Melitopoulos (*1961).

 

Nutzung: documenta 14

 

Gottschalk-Halle/Unicampus Kassel

Die Gottschalk-Halle wurde in den 1950er Jahren auf einem Grundstück erbaut, das zwei der ältesten und prominentesten Industriedynastien der Stadt gehörte, der Lokomotivfabrik Henschel & Sohn und der Zelt- und Tuchfabrik Gottschalk & Co. Nach ihrer Übernahme durch die Universität Kassel in den 1970er Jahren diente sie überwiegend als Lager.  Zur documenta 14 (2017) stellten hier sechs Künstler/innen aus. In ihren Werken nahmen sie sowohl auf die Geschichte der Gottschalk-Halle und ihre Beziehung zum alten Kasseler Industriegebiet Bezug als auch auf Themen wie Vertreibung und Migration.

 

Nutzung: documenta 14

 

Kunsthochschule

Der Architekt Paul Friedrich Posenenske (1919 – 2004) entwarf in den 1960er Jahren die im Kasseler Auepark gelegene Kunsthochschule. Während der documenta 3 (1964) waren die Abteilungen Industrial Design und Graphik in dem bis zum Jahre 1971 mit „Staatliche Werkkunstschule Kassel“ betitelten Gebäude untergebracht. Zur documenta 14 (2017) nutzten vier Künstler/innen sie als Ausstellungsort. Unter anderem waren die 1992 von Gernot Minke (*1937) dort errichteten Lehmbauten ein Beitrag zur documenta 14.

 

Nutzung: documenta 3, 14

Untere Karlsstr. 14

Die Lagerhalle in der Unteren Karlsstr. 14 sollte vor einigen Jahren in eine Moschee umgebaut werden, die Bauarbeiten blieben jedoch unvollendet und das Projekt unrealisiert. Nach Umbauarbeiten wird das Schultheater-Zentrum dort Proberäume und einen Aufführungssaal beziehen. Zur documenta 13 (2012) befanden sich in Teilen des Gebäudes u.a. Arbeiten des Künstlerduos Anastas/ Gabri und Walid Raad (*1967).

 

Nutzung: documenta 13

Weinberg

Bis ins 17. Jahrhundert diente der in der Nähe des Aueparks gelegene Weinberg als Weinanbaugebiet und als Festungswall der Stadt.  Im Jahr 1825 legten Bierbrauer die ersten Felsenkeller an, so genannt wegen der zur Bieraufbewahrung im Muschelkalk des Weinbergs angelegten Höhlen.  Die große Mauer, die noch heute den Weinberg zur Frankfurter Straße hin abstützt, steht seit 1903. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges bot der Bunker unter dem Weinberg ca. 8.000 Menschen Schutz. Seit 1982 stehen die Treppenanlage und die Reste des alten Gartens der ehemaligen Villa Henschel unter Denkmalschutz. Zur documenta 13 (2012) präsentierte Adrián Villar Rojas (*1980) monumentale Tonskulpturen auf den Weinbergterrassen und auch der Bunker war Ausstellungsort. Bei der documenta 14 (2017) fand im Anschluss an die Ausstellung in Athen, Rebecca Belmores (*1960) Marmorzelt, das zunächst gegenüber der Akropolis in Athen zu sehen war, auf dem Weinberg Platz.

 

Nutzung: documenta 13, 14

documenta Websites

Die Websites der documenta Ausstellungen 10 bis 14 sind noch heute verfügbar und bieten eine hilfreiche Grundlage für die wissenschaftliche Recherche. Aufgrund urheberrechtlicher Vorgaben mussten teilweise ursprünglich eingebundene Werke entfernt werden. Eine Übersicht der historischen Websites findet sich hier.

 

Außenkunstwerke

Die im öffentlichen Raum der Stadt Kassel verbliebenen documenta Außenkunstwerke erleben Sie in diesen drei Parcours.