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Aktuell

Das documenta archiv verwahrt tausende von Initiativbewerbungen. Während sich 1972 noch gut 250 Künstlerinnen und Künstler unaufgefordert und erfolglos um eine Teilnahme bei der documenta 5 bewarben, waren es zur documenta 7 schon rund 900, zur documenta 8 fast 1.500.

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#7 Please take off your shoes! Partizipation und Instruktion auf der documenta. Vortrag von Annemarie Kok

8.11.2018

Aus dem documenta archiv #7

 

Donnerstag, 8. November 2018, 18:30 Uhr

 

Ort: Gießhaus auf dem Gelände der Universität, Mönchebergstraße 5, 34127 Kassel

 

Eintritt frei

 

Begrüßung: Dr. Birgit Jooss, Direktorin des documenta archivs

 

Eine Zusammenarbeit mit der documenta Professur an der Kunsthochschule Kassel.

© documenta archiv / Balthasar Burkhard

Balthasar Burkhard: John Dugger, David Medalla, First Manifesto of the Artist‘s Liberation Front - Movement for People‘s Culture, 1st May 1971, 1972, Signatur: docA MS d05-10010468

 

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fand die erste Welle der sogenannten partizipativen Kunst statt. Eine wichtige Plattform für diese neu entstandene Kunstform bot 1972 die von Harald Szeemann (1933 – 2005) geleitete fünfte documenta. Ein großer, rot gestrichener Pavillon zog im Hof des Museums Fridericianum die Aufmerksamkeit auf sich: der People's Participation Pavillion der Künstler David Medalla (*1942) und John Dugger (*1948). Hier versammelten sie Kunstwerke, die zur Teilnahme des Publikums aufforderten. Doch was genau erwartete die Besucher/innen in diesem Pavillon, was durften sie darin tun und was nicht?

In ihrem Vortrag definiert Annemarie Kok kurz den Begriff der Partizipationskunst und ordnet sie in die Kunstgeschichte ein. Anschließend skizziert sie die Rolle von Partizipation im Ausstellungskonzept der 5. documenta. Im Zentrum ihres Interesses steht der Pavillon von Dugger und Medalla, den sie rekonstruiert und dessen zugrundeliegenden Ideen und Motive sie darstellt. Zwei, im documenta archiv verwahrte, große Bögen mit handschriftlichen Anweisungen für den People's Participation Pavillion dienen ihr als Grundlage und es wird deutlich, wie notwendig derartige Instruktionen für jede Partizipationskunst sind.

 

Die Referentin ist Doktorandin an der Universität Groningen mit einem Forschungsschwerpunkt auf partizipativer Kunst der 1960er Jahre. Sie lehrte an den Universitäten in Utrecht und Groningen sowie an der Willem de Kooning Academy in Rotterdam.