Der österreichische Maler und Aktionskünstler Hermann Nitsch (1938 – 2022) ist gestorben. Der Mitbegründer des Wiener Aktionismus war seit den frühen 1960er Jahren für seine Malaktionen und Schüttbilder bekannt. Sein künstlerisches Hauptwerk, das „Orgien-Mysterien-Theater“, das Motive christlicher Liturgie, griechischer Mythologie und abstrakter Musik zum Gesamtkunstwerk verbindet, kam in mehr als 100 Inszenierungen weltweit zur Aufführung. Fotografien und Relikte dieser performativen „Blutopfer“, die Nitsch selbst als „ästhetisches Ritual der Existenzverherrlichung“ verstand, wurden 1972 im Rahmen der documenta 5 in Harald Szeemanns Sektion „Individuelle Mythologien“ präsentiert. Ein zweites Mal waren Werke und Performancespuren Hermann Nitschs auf der documenta 7 (1982) zu sehen.

 

Der frühere Professor der Frankfurter Städelschule starb am 18. April in Mistelbach, nördlich von Wien.