Der „Survival Room“ in der Neuen Galerie ist integraler Bestandteil des von Shelley Sacks entwickelten Kassel-21 / Social Sculpture Lab. Er ist ein ‚alchemistischer Arbeitsraum‘, der für Fragen, Austausch und Seminargespräche offensteht und die Grundlagen der Beuys’schen Ideen der Sozialen Plastik reflektiert.

Im Dialog zu Joseph Beuys‘ Installation „The Pack (das Rudel)“ – im Erdgeschoss der Neuen Galerie zu sehen – wirft er grundlegende Fragen zum Thema Überleben auf: Was heißt es zu überleben, wer kann überleben und auf wessen Kosten? Wie hängen dabei Freiheit und Verantwortung zusammen? Wie gelingt Solidarität in einer diversen Welt? Wie können die menschliche Seele und alle Lebensformen im technischen Zeitalter überleben, wenn die Technosphäre auf bedrohliche Weise wiederkehrt? Welche Art von Zukunft wollen wir?

Der „Survival Room“ bietet hierzu verschiedene Zugänge an. In der partizipativen Aktion „A Gift for Joseph Beuys: The Substance in the Three Pots“ werden beispielsweise Besucher*innen dazu eingeladen, ihre Gedanken über die wertvolle Substanz, die Joseph Beuys uns in drei Töpfen hinterlassen hat, zu teilen; und ihre eigenen Töpfe mit dem zu füllen, was ihrer Ansicht nach für eine ökologisch-soziale Zukunft nötig wäre.

Zudem dient der „Survival Room“ als Basis für Seminargespräche und „Verbindende Praktiken“ des Kassel-21 / Social Sculpture Lab und bietet Informationen zu diesen lokal und global agierenden „Enquiry Labs“. Der „Survival Room“ lebt jenseits des Museums auch online im globalen Austausch sowie im städtischen, öffentlichen Raum durch seine verbindenden Praktiken wie FRAMETALKS, Erdforum und Feld der Begegnung.

Shelley Sacks ist eine universell arbeitende Künstlerin, die die Idee der Sozialen Plastik in Gestalt verbindender Praktiken weiterentwickelt hat. Sie wirkte über ein Jahrzehnt mit Joseph Beuys im Kontext seiner „Free International University“ (FIU) zusammen und engagierte sich im südafrikanischen Befreiungskampf für demokratische Prozesse, Kooperativen und nicht-formale Bildung. 1997 nahm sie eine Professur für interdisziplinäre Kunst und Soziale Plastik an der Oxford Brookes University an und gründete die „Social Sculpture Research Unit“.