Die schon lange bestehende Idee, das documenta archiv zu einem unabhängigen Forschungsinstitut auszubauen, ist mit der Bewilligung von 12 Millionen Euro durch den Haushaltsauschuss des Bundestages 2016 auf dem Weg der Realisierung. Getragen vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Kassel, der documenta gGmbH und der Universität Kassel, soll das Institut die auf die documenta bezogene Forschung anregen, betreiben und fortentwickeln, schließlich darin internationale Exzellenz gewinnen. Das Herz des Instituts ist das documenta archiv mit seinem Bestand an schriftlichen, bildlichen und elektronischen Dokumenten. Es trägt zum intellektuellen Leben des Instituts bei, indem es sich mit Bibliothek, Internet-Projekten, einem Ausstellungsbereich und einem Veranstaltungsraum dem Publikum öffnet. Die zweite Säule des Instituts ist die Forschung. Neben der documenta Professur, die sich mit dem Format der documenta aus der Sicht der Kunstwissenschaft beschäftigt und deren Überlegungen zur Forschung einen wichtigen Beitrag in der Gesamtkonzeption des Instituts einnimmt, sollen am Institut drei Linien einer sozial- und geisteswissenschaftlichen sowie einer auf gestalterische Fragen abhebenden Forschung etabliert werden. Sie widmet sich den Prozessen von künstlerischer und kuratorischer Produktion, der öffentlichen Rezeption von Kunst und ihrer Verbreitung in die Gesellschaft. Von seiner örtlichen Platzierung, seiner baulichen Anmutung und seiner personellen Ausstattung soll das documenta Institut ein stadtgesellschaftlicher Ort wie auch eine internationale Forschungs- und Begegnungsstätte sein und in der Zeit zwischen den Ausstellungen die documenta für die Öffentlichkeit präsent halten.