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Aktuell

Die documenta 4 (1968) wurde beworben als die „jüngste documenta, die es je gab“. In der Rückbetrachtung erscheint sie jedoch weniger visionär als gedacht und ihre künstlerische Position durch Demokratisierungsprozesse geschwächt.

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#4 documenta und das Double: ‚Die Schwangere‘ von Emy Roeder. Vortrag von Liza Weber

8.2.2018

Aus dem documenta archiv #4

 

Donnerstag, 08. Februar 2018, 19 Uhr

 

Ort: Gießhaus auf dem Gelände der Universität, Mönchebergstraße 5, 34127 Kassel

 

Eintritt frei

 

Begrüßung: Dr. Birgit Jooss, Direktorin des documenta archivs

 

Eine Zusammenarbeit mit der documenta Professur an der Kunsthochschule Kassel.

 

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

© documenta archiv / Anna-Luise Schmidt

Emy Roeder, Die Schwangere, 1919, Holz, 82 (H) cm, Inv. Nr.: docA_MS_d01-10001713

In ihrem bebilderten Vortrag geht Liza Weber einer immer wieder vorgebrachten Hypothese nach – der Annahme, dass die erste documenta Ausstellung der Rehabilitierung der durch das nationalsozialistische Regime als "entartet" bezeichneten Kunst dienen sollte. Im Zentrum ihrer Recherchen steht das bildhauerische Werk „Die Schwangere“ der herausragenden, expressionistischen Künstlerin Emy Roeder, das in verschiedenen Versionen sowohl 1937 auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ als auch 1955 auf der documenta zu sehen war. Weber untersuchte die ungewöhnliche Geschichte dieses Werkes mithilfe von intensiven Archivstudien aber auch anhand von Zeitzeugeninterviews, die sie in einem kurzen Dokumentarfilm präsentiert. Durch die Verbindung von Provenienzrecherche und mündlicher Überlieferung gelingt es ihr in beeindruckender Weise, sowohl die historischen Abläufe als auch die subjektiven Erinnerungen an die Moderne in Deutschland nachzuzeichnen.

 

Die Referentin ist Doktorandin am Zentrum für deutsch-jüdische Studien der Universität Sussex, wo sie mit dem Alfred-Bader-Stipendium für moderne jüdische Geschichte und Kultur ausgezeichnet wurde.

Einladungskarte