Als Hans Hillmann (1925 – 2014) 1975 auf die Idee kam eine Geschichte in Bildern zu erzählen und dabei mit wenig Text auskommen wollte, schien ihm die knapp gefasste Kriminalgeschichte „Fly Paper“, die Dashiel Hammett (1894 – 1961) 1929 verfasste, als Vorlage gut geeignet. Besonderes Augenmerk legte der Künstler auf die Orte, an denen die Geschichte spielt. Er begab sich auf die Suche nach Schauplätzen, die die Atmosphäre wiedergaben, die er beim Lesen von Dashiell Hammetts literarischer Vorlage empfunden hatte. Den urprünglichen Gedanken, die Geschichte in einer fiktiven Großstadt zusammengesetzt aus Elementen von Catania, Frankfurt und London anzusiedeln, verwarf er nach seinen USA-Reisen 1978 und 1979, die er fast ausschließlich in New York City und San Francisco verbracht hatte.

„Skizzen und Aufnahmen, die ich während ausgedehnten Fußwanderungen durch diese Stadt [San Francisco] machte, dienten mir als Grundlage für die Darstellung von typisch amerikanischen Straßen, Plätzen, Stadtansichten, Läden und Bars.“

Die kleinen Hotelzimmer, in denen die Skizzen meist entstanden, entsprachen der kargen Atmosphäre jener Räume, in denen Hammetts Erzählung spielt. Diese Skizzen und Notizen sind in Form einer losen Blattsammlung im documenta archiv erhalten. In der Mappe 32 des Hillmann Nachlasses finden sich Informationen zu Straßen, die Hillmann abgewandert ist, teilweise mit interessanten Details, wie dem Vermerk welche Lichtverhältnisse zu dem Zeitpunkt herrschten, aber euch erste Skizzen zum „Fliegenpapier“. Seine Reise lässt sich dort auch in ganz alltäglichen nützlichen Reisetipps, wie Informationen zum öffentlichen Nahverkehr oder zum Trinkgeld nachvollziehen. Er durchquerte San Francisco mit Hilfe eines „unorthodoxen Reiseführers, der nur Aussichtspunkte, Buchhandlungen und Bars verzeichnet hatte“.Dieser Reiseführer, „Franz T. Hansells: An opinionated guide to San Francisco, 1974“, ist auch im Nachlass zu finden.

 

Wir freuen uns, dass wir am 05.11.2017 um 17 Uhr im Gloria Kino Kassel die Graphic Novel „Fliegenpapier“ als Comic-Konzert, aufgeführt vom Yam yabasha ensemble aus Berlin präsentieren können.

 

Berlind Schneider